Wooden Lab

  Blick auf das Wooden Lab aus dem Gleispark  

Alexandra Bertsch
Masterthesis SoSe 2023


Lehrstuhl für Tragkonstrukionen
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Martin Trautz
Betreuung: Dana Saez, M. Sc. / Denis Grizmann, M. Sc.


Rezykliergerechtes Bauen
Jun.-Prof. Dr. Linda Hildebrand


Das Thema Holzbau wird in Anbetracht aktueller Herausforderungen als wichtiger Transformationsbestandteil der Baubranche betrachtet. Das Projekt Wooden Lab beschäftigt sich mit dieser Fragestellung und verbindet verschiedene Themenbereiche der Nutzung, des Ortes sowie einer zukunftsorientierten, baulichen Ausrichtung. Die Forschungseinrichtung, die im Zuge einer Neuentwicklung im Basler Norden (Schweiz) entsteht, wird aus diesem Grund als Holzhochhaus geplant. Zur Überprüfung des gesteckten Ziels eines klimagerechten Bauwerks wurde eine Ökobilanzierung (A1-A3) des Entwurfs erstellt.

Das Wooden Lab hebt sich mit einem großen Anteil an Holz im Primärtragwerk vorallem in der Ausbildung von tragenden Holzkernen von bestehenden Bauten ab. Neben den mehrschichtigen, verkleideten Kernen sind auch die modularen, vorgefertigten HBV-Decken sowie die umlaufende BSHStützen primärer Bestandteil des Tragwerks. Beton wird nur eingesetzt, wenn eine Holzbauweise nicht möglich ist (Fundament) oder hybride Konstruktionen (HBV-Decken) Vorteile im Brand-, Schall- und Wärmeschutz bei gleichzeitiger Einsparung des klimaschädlichen Baustoffes mit sich bringen.

Durch diese Reduzierung und den damit zusammenhängenden verstärkten Einsatz von Holz sowie der Verwendung von recyceltem Metall in der Fassade können die im Gebäude gebundenen Emissionen minimiert werden. Das Wooden Lab erreicht in der Ökobilanzierung sogar klimapositive Werte.

Auf der Ebene der Nutzung umfasst das Wooden Lab in den ersten drei Geschossen Flächen für den Austausch zwischen Forschenden und der Bevölkerung. Dabei wird durch ausgewählte EG-Nutzungen und Bildungsangebote ein niederschwelliger Zugang generiert.
In den oberen Geschossen befinden sich Labor- und Forschungsflächen. Die Tragwerksstruktur ermöglicht einen flexiblen und zukünftig anpassbaren Ausbau der Forschungslandschaft. So kann ein breites Angebot an Laboren, Büro-, Meeting- und sogenannten Möglichkeitsräumen umgesetzt werden.

Der natürliche und nachwachsende Rohstoff wird im Wooden Lab nicht nur als Tragwerk und für eine CO2-positive Bauweise eingesetzt, sondern bildet die Basis für eine gesundheits- und innovationsfördernde Gestaltung. In wissenschaftlich belegten Konzepten wie dem Biophilic Design werden Maßnahmen vereint, die sich nachweislich positiv auf das menschliche Wohlbefinden und Kreativität auswirken. Eine holzsichtige Bauweise fällt unter die Handlungsfelder „natürliche Materialität“ und „Haptik“. Zusammen mit Ortseigenschaften wie der Nähe zu Wasser oder dem Ausblick auf den Gleispark werden im Wooden Lab Aspekte von funktionaler Forschungsnutzung mit der Idee von proaktiven (Innen-)Räumen verwoben.

Zusammenfassend beschäftigt sich das Projekt Wooden Lab sowohl auf Gebäude- als auch auf Nutzungsebene mit einer innovationsfördernden Architektur.
Dabei werden komplexe Zusammenhänge aus Städtebau, Baurecht, Nutzungsanforderungen sowie Aspekte einer transformierten Baubranche berücksichtigt und in einem Entwurf vereint.