Studie zur forschungsbezogenen Lehre an der Fakultät für Architektur

08.07.2019

In den letzten Jahren hat sich das Ziel, eine stärkere Verzahnung zwischen Lehre und Forschung zu bilden, in der Hochschulpolitik verstärkt.

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Damit einhergehend ist auch die Zahl von Publikationen zu diesem Thema gestiegen. Im Gegensatz zu traditionellen, bildungstheoretischen Gedanken von Bildung durch Wissenschaft orientieren sich der gegenwärtige Reformdiskurs und die Auswirkungen auf die universitäre Lehre jedoch an Schlüsselqualifikationen (Kompetenzen), Wettbewerb (Exzellenz) und Standortsicherung. Infolge dieser Entwicklungen gewinnt die forschungsbezogene Lehre auch in bisher berufsorientierten Studiengängen wie dem Architekturstudium an Bedeutung. Die Stärkung von selbständigen und teilhabenden Lehrformaten, wie das sogenannte forschende Lernen, soll diesen durch die Bologna-Reform ausgelösten Verschulungstendenzen entgegenwirken. Im Zuge dieser Wandlung führte die Fakultät für Architektur der RWTH Aachen bereits 2012 zwei Pflichtmodule unter dem Titel Forschungsfelder im Masterstudiengang ein. Die hier erarbeitete Studie zur forschungsbezogenen Lehre zieht eine erste Bilanz zu Formen, Qualitäten und Schwierigkeiten in der institutionell verankerten, forschungsbezogenen Lehre an der Fakultät für Architektur. Durch eine detaillierte Betrachtung und Evaluation des Ist-Zustandes der Forschungsfelder können diese im Sinne der Qualitätssicherung präzise verbessert und weiterentwickelt werden. Mithilfe der Analyse und Auswertung der durchgeführten Forschungsmodule sollen Kriterien und Methoden zur Qualitätssicherung sowie ein Leitfaden für die künftige Gestaltung von Forschungsfeldern entwickelt werden. Finanziert wurde das Projekt durch Landesmastermittel NRW, die in einem RWTH-internen Wettbewerb Anfang des Jahres 2017 eingeworben wurden. Im Rahmen des Projekts wurde der aktuell stattfindende Diskurs zur forschungsbezogenen Lehre in der deutschsprachigen Hochschullandschaft sowie zur Forschung in der Architektur betrachtet. Auf Grundlage der daraus abgeleiteten Kriterien und unter Berücksichtigung der bisher in der Prüfungsordnung und Modulbeschreibung enthaltenen Definitionen der Forschungsfelder wurden standardisierte Fragebögen für Lehrende und Studierende erstellt und ausgewertet. Zusätzlich wurden insgesamt 23 Interviews mit Mitgliedern aller Lehreinheiten, die in den Jahren seit der Einführung dieses Formats Forschungsfelder angeboten haben, und mit der Fachschaft als Vertretung der Studierenden geführt.

Auf Grundlage der erhobenen Daten werden Aussagen zu notwendigen Kriterien entwickelt und Maßnahmen zur Verbesserung der forschungsbezogenen Lehre vorgeschlagen. Eine große Herausforderung bei der Bearbeitung des Projektes war, der inhaltlichen und methodischen Vielfalt der forschungsbezogenen Lehre an der Fakultät für Architektur gerecht zu werden. Neben der konkreten Analyse der Forschungsfelder ist durch die systematische
Betrachtung von Forschung und Lehre ein Bild der spezifischen Forschungslandschaft an der Fakultät entstanden, aus der sich erste übergreifende Beschreibungen einer architektureigenen Forschungskultur an unserer Fakultät
ableiten lassen.

Vorstellung der Publikation und Diskussion

10.07.2019 |19:00 Uhr R5, Reiff-Museum

Im Anschluss kleiner Apéro

Kerstin Meerbach und Carolin Stapenhorst | Werkzeugkulturen